Reisebericht Kultur & Wanderwoche, Die Perle des Erzgebirges Annaberg-Buchholz

Kultur & Wanderwoche
Die Perle des Erzgebirges
Annaberg-Buchholz
20.08. – 27.08.2017

Generelle Information
Die Wandergruppe für die Reise ins Erzgebirge zeigte eine Stärke von 46 Personen.
Die Wanderwoche bestand aus einem vielfältigen Mix aus Kultur und einladenden Tageswanderungen. Die unterschiedlichen Konditionsstärken glichen wir mit dem Busshuttle aus, so dass alle sich an den Wanderungen beteiligen konnten, unabhängig von der eigenen Laufstärke.
Das Gelände war einem Gebirge entsprechend hügelig und diesbezüglich zur Ausrüstung festes Schuhwerk empfohlen. Wanderstöcke waren keine Voraussetzung aber für einen sicheren Tritt vorteilhaft.
Im Herzen des „silbernen“ Erzgebirges liegt in traumhafter Lage am Fuße des
Pöhlbergs, die Berg- und Adam-Ries-Stadt, Annaberg-Buchholz.
Sie gehört zu den bedeutendsten Bergstädten Sachsens. Die lebendigen Handwerkstraditionen, Bergmannsbrauchtum, Manufakturen und viele weitere kulturelle Schätze sind bezeichnend für diese beeindruckende Landschaft und Kultur.
Übernachtet wurde im Traditionshotel, Wilder Mann. Ein Haus der 4 Sterne Gross-Hotelbetriebe und liegt im historischen Stadtkern, direkt am Marktplatz der Bergstadt Annaberg-Buchholz und ist eines der ältesten ehemaligen Bürgerhäuser der Stadt.

Sonntag, 20. Aug. - Anreise
Der Reisebeginn erfolgte pünktlich um 6:00 Uhr mit Start beim Reiseunternehmen in Rödermark und den Abholstationen, Dieburg und Münster.
Wir gönnten uns ein ausgiebiges Frühstück bei dem mit Auszeichnung prämierten Autohof Kempe in Burghaslach
Die Anreise verlief komplett staufrei und wir erreichten unseren Zielort bereits um 14:00 Uhr.
Das Einchecken ging sehr zügig und danach genossen wir den freien Nachmittag mit selbstständigen Ortserkundigungen und Besichtigungen der Altstadt, welche sich in unmittelbarer Nähe befand.
Nach dem Abendessen begrüßte uns die Hotelleitung und wir kamen hierdurch in den Genuss eines „Erzgebirgischen Heimat-Tröpfchen“

Montag, 21. Aug.
Die Wanderwoche starteten wir mit einer Tageswanderung durch das Schwarzwassertal..
Das Schwarzwassertal zählt zu den schönsten deutschen Mittelgebirgstälern.
Ein wildromantische Naturschutzgebiet, das Schwarzwassertal mit dem gewaltigen Felsmassiv der Ring- und Teufelsmauer und dem 80 Meter aus dem Tal empor ragenden Katzenstein, die zwei fröhlich dahinplätschernden Gebirgsbäche Schwarze und Rote Pockau, begleiten diesen wunderschönen Wanderweg.
Zu unserer ersten Rast im verträumten Flusstal, abseits jeglichem Verkehrsalltag, erreichte uns die Pferdekutsche mit den Laufschwächeren punktgenau zur Brotzeit an der „Brücke 66“ hinter dem „Kaffee Kurt“.
Bei unserer Einkehr gegen Mittag, hatten wir wahrhaftig nicht nur den Wettergott auf unserer Seite, sondern hier erlebten wir ein Spektakel sondergleichen.
Ein göttlichen Essen auf der Lama Ranch am Fuße des Schwarzwassertals, zubereitet in einem „Dutch Oven“ und dass in einer außergewöhnlichen Umgebung, gehalten im kanadischen Stil.
Hervorgezaubert wurden 4 unterschiedliche Suppen, eine leckerer als die andere.
Dutch Oven ist ein Gefäß aus Gusseisen, das unter diesem Namen in den USA und Australien seit dem 18. Jahrhundert sowohl zum Kochen als auch zum Braten und Backen über offenem Feuer verwendet wurde.
Gegen Nachmittag genossen wir eine faszinierende interaktive Vorführung mit Lama GALILEO, auch genannt das Schlitzohr und diese Bezeichnung ist nicht zu unrecht..

Dienstag, 22. Aug.
Den Tag starteten wir mit einem kulturellen Einstieg, einer Theatervorstellung auf der Naturbühne im Naturschutzgebiet Greifensteine.
Majestätische Felsformationen im grünen Herzen des Erzgebirges sind die Greifensteine bei Ehrenfriedersdorf. Im Laufe der Jahrhunderte erhielten die Granitfelsen eine erstaunliche Optik. Durch besondere Witterungseinflüsse wirken die Greifensteine heute wie aufeinandergesetzte geometrische Gesteinsblöcke und zählen zu einer der härtesten Felsformationen überhaupt.
Das erste Internationale Märchenfilmfestival Fabulix findet während unserer Wanderwoche statt und wir genießen die Premiere Aufführung von Ronja die Räubertocher innerhalb dieser traumhaften Kulisse.
Von hier aus wanderten wir zum Haus der Steine am nah gelegenen Greifenbachstauweiher in Geyer. Das Motto: Die Kraft der Natur - Steine mit allen Sinnen erleben.
Hautnah führten wir ein traditionelles Handwerk, einen Mineralienschleifkurs, in der Stein Manufaktur durch.

Mittwoch, 23. Aug.
Den Mittwoch widmeten wir dem Bergbau und deren Kulturschätze.
Am Vormittag besichtigten wir das Besucherbergwerk "Röhling Stolln"
Mit Umhang und Helm geschützt fuhren wir mit einer kleinen Grubenbahn in den Berg hinein. Nach der etwa 600 Meter beeindruckende Fahrt wurden eindrucksvolle Zeugnisse aus der Zeit des Silber- und Kobaltbergbaus von 1733 bis 1857 und des Uranbergbaus besichtigt. Es wurde die Geschichte und das Arbeiten im Bergwerk erläutert und erlebten eine lebendige praxisnahe Führung, mit Erklärungen der Sprengungen und Einsetzung von Bergbauwerkzeugen sowie noch voll funktionsfähige Maschinen wie Druckluftgeräte und Bohrer. Ein riesen Geräuschpegel der einprasselte und dieses nur zeitgleich von einer Funktion.
Ein weiteres Highlight für diesen kulturellen Tag war der Museumbesuch, Frohnauer Hammer. Der Frohnauer Hammer gehört zu den bekanntesten Ausflugszielen und Sehenswürdigkeiten des Erzgebirges.
Er ist das älteste Schmiedemuseum Deutschlands (seit 1910), hervorgegangen aus einer im Mittelalter errichteten Getreidemühle. 1621 erfolgte der Umbau zu einem Hammerwerk. Bis 1904 wurden hier Werkzeuge für Bergbau und Landwirtschaft hergestellt.
Der Museumsrundgang führte uns zuerst in das historische Hammerwerk, wo der kleine Hammer und die Blasebälge in Funktion vorgeführt wurden. Im Obergeschoss zeigt eine Ausstellung die Erzeugnisse, die einst hier gefertigt wurden. Der Rundgang endetet in den Wohnräumen im 1697 fertiggestellten Herrenhaus der ehemaligen Hammermeisterfamilie und zeigt die traditionelle Technik des erzgebirgischen Spitzenklöppelns.

Donnerstag, 24. Aug.
Den Donnerstag starteten wir mit einer Wanderung zu den Orgelpfeifen am Scheibenberg. Diese war eine Reise in die Vergangenheit. Sie zeigte Einblicke in die Entstehung des Oberen Erzgebirges.
Die die sogenannten „ Orgelpfeifen“ ,Basaltsäulen aus der Zeit als der Scheibenberg noch ein Vulkan war, war auch von geologischen Besonderheiten eine wirklich lohnenswerte Tour.
Nach der Stärkung im Bürger- und Berggasthaus Scheibenberg fuhren wir zur
Binge in Geyer.
Die Geyersche Binge (Pinge) ist ein eingestürzter Stollen in Geyer. Die Entstehung geht zurück auf die Jahre 1704 und 1803. Dabei kam es, aufgrund von Raubbau, unterhalb des Geyersberges zu sogenannten Bingenstürzen (Schacht-Einsturz). Danach übernahm ein Steinbruch den Abbau. Nach seiner Stilllegung 1935 wurde die Binge unter Naturschutz gestellt.
Mit einer Länge von 300, einer Breite von 200 und einer Tiefe von 60 Metern ist die Binge Lebensraum zahlreicher Naturereignisse geworden.
Mehr als eindrucksvolle Begehung dieser Fragmente der Geschichte.

Freitag, 25. Aug.
Den Freitag begannen wir mit einer Reise in die Nostalgie.
Mit der Dampfeisenbahn nach Oberwiesenthal . Aufgrund des gestiegenen Frachtaufkommens zwischen 1928 und 1933 kamen die schmalspurigen Einheitsloks zum Einsatz. Seit über 30 Jahren bewältigen die Einheits- und Neubaudampfloks der ehemaligen Deutschen Reichsbahn Gesellschaft nahezu allein den Verkehr auf den verbliebenen sächsischen Schmalspurbahnen.
Mit einer Leistung von rund 600 PS gehören sie zu den stärksten
deutschen Schmalspurloks. Eisenbahnromantik pur.
Zur Einkehr ging es mit Bus hoch auf den Fichtelberg in Oberwiesenthal.
Herrliche 360 Grad Ausblicke boten sich aus der Höhe von 1200 Meter in die angrenzenden Regionen.
Gestärkt und unternehmungslustig strebten wir den Besuch am Nachmittag in der Räucherkerzen Manufaktur „Weihrichkarzl“ in Sehmatal-Neudorf an.
Aber nicht nur zum schauen, sondern es fertigte jeder seine eigenen Räucherkerzl, mit selbst kreierter Duftnote, natürlich verbunden mit tief schwarzen Händen.
In der Schauwerkstatt wird in stilvoller Umgebung erzgebirgische Tradition und Geschichte zum Anfassen aus dem Jahre 1928/29.geboten.

Samstag, 26. Aug. (Busfreier Tag)
Den letzten Tag, der „Busfreie Tag“, verbrachten wir in Annaberg.
Am Vormittag besuchten wir die St. Annenkirche. Wir genossen eine Führung so lebendig, unterhaltsam und informationsreich wie vorher bei Kirchenbesuchen nicht bekannt. Einfach genial.
Der Nachmittag war zur freien Verfügung.
Das Märchenfilmfestival Fabulix war noch im vollen Gange und bot ein großes Angebot an Attraktivität.
Der Abschlussabend sorgte für einen sehr harmonischen und musikalischen Ausklang der Wanderwoche und wir ließen auch hier noch einmal Revue passieren.
Da die Reise günstiger wurde als veranschlagt, wurde noch ein beträchtlicher Anteil an Reisegeld zur Rückzahlung bekannt gegeben.

Sonntag, 27. Aug.
Die Rückreise starteten wir ohne Umweg Richtung Heimat, mit einer Einkehr zur Mittagspause in Veitshöchheim am Main und erreichten bereits am späten Nachmittag unser Heimat Domizil.
Ein herzliches Dankeschön an alle helfenden Hände, wie Bordservice, Verköstigung, Schokoküsse oder auch die flüssigen Varianten und an die Rechnungsprüfer welche mich entlasteten.
Und so freue ich mich wieder auf die nächste Tour.

Euer Manfred


Galerie